Nr. 12a (1997)

Historische Theologie und interreligiöser Dialog

„… in keiner anderen als der menschlichen Gestalt ist es möglich,

daß die Wesen mein wirkliches Sein erfahren und kennenlernen.“

Nr. 12a (1997)

von Matthias Benad

Daß Gott Mensch werden müsse, um den Menschen das Wesen Gottes zu offenbaren, ist kein ausschließlich im Christentum verbreiteter Gedanke. Im Bhagavata Purana, einer der heiligen Schriften der Hindus, spricht Gott Vishnu bei Gelegenheit seiner Menschwerdung als Krishna den oben zitierten Satz. In einer immer kleiner werdenden Welt gewinnt die gegenseitige Wahrnehmung der Religionen immer größere Bedeutung. Meine Absicht ist es, mich im folgenden darüber zu äußern, welchen Beitrag die von mir vertretene theologische Disziplin, die Kirchengeschichte oder historische Theologie[1], dazu leisten kann, andere Religionen zur Kenntnis zu nehmen und das Gespräch mit ihnen zu suchen. Als Bezugspunkt dient mir im folgenden die Krishna-Verehrung [2]. Meine Ausführungen gliedern sich in fünf Abschnitte:

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Nr. 10 (1997)

Inter-Religious Dialogue in India with Special Reference to Islam: Positions, Experiences and Reflections

Nr. 10 (1997)

von James Massey (Delhi)*

  1. Introduction

As both time and space at hand for this presentation** is limited, therefore instead of a longer introductory note, here a move is made to deal with the given subject straight. In the second section the background both historical and theological is discussed, which win state the position of the inter-religious dialogue in India. The third section will deal with the involvement and experiences of the Roman Catholic and Protestant churches in the field of inter-religious dialogue. The fourth section deals with other living religions specially Islam. Finally in section five concluding remarks are given in the form of reflections and in section six, the notes and references are listed.

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Nr. 09 (1997)

On Inter-Religious Relations with Special Reference to Indian Religious Festivals

Nr. 09 (1997)

von James Massey (Delhi)*

In recent years the role of ‚religion‘ has generally been considered in the negative term, specially in India. Today, it may be a Kashmir or Punjab problem in North India, but all such problems are attributed to ‚religion‘. But that is when ‚religion‘ is used at the higher level either by a state or sub-state, or by larger religious communities to protect their special interests. One such good example is of the Babri-Ramjanambhoomi conflict, over a Mosque and Temple,

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Nr. 08 (1997)

Friedrich Heiler und Indien

Nr. 08 (1997)

von Heinz Röhr

Von F. Max Müller (1823-1900), dem englischen, deutschgebürtigen Religionsforscher und Herausgeber der „Sacred Books of the East“, den Friedrich Heiler sehr verehrte, wird erzählt, er habe fast täglich das Bild der heiligen Stadt Benares auf seiner Tabaksdose meditiert. Nach Indien gefahren sei er aber nie, um sich nicht der häßlichen Alltagswirklichkeit des Subkontinents auszusetzen. Heiler dagegen war in Indien, und zwar während seiner achtmonatigen Ostasienreise (1958/59). Hier soll aber nicht Heilers

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Nr. 06 (1997)

Modern Hindu Culture
A Study on Modernization of Hinduism by Considering the Parallels in Modern Christianity

Nr. 06 (1997)

von Edmund Weber

The Christian culture experienced a deep-going change with the uprising of the Civil Society („Bürgerliche Gesellschaft“), the industrialization of economic production, the urbanization of life-style and the individualization of religiosity in the 19th century. The Christian formation of inner- and outer-world in those days became obsolete. From this conflict the civil or modern Christianity originated. In a painful changing process most of the people of this new society have newly interpreted religion, moral and ritual of traditional Christianity and created to their new conditions of

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Nr. 03 (1997)

Thesen zum interreligiösen Dialog und zur protestantischen Apologetik

Nr. 03 (1997)

von Edmund Weber

ProlegomenaProtestantische Theologie in der Nachfolge Martin Luthers hat allein Gesetz und Evangelium zum Gegenstand.Ihre Aufgabe besteht allein in der Unterscheidung der beiden verba Dei.Als ars practica hat sie für jede Epoche existenzrelevant herauszufinden, was hier und jetzt heißt:

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Nr. 02 (1997)

THE DALITS
Historical, Methodological and Ideological Perspectives*

Nr. 02 (1997)

von Edmund Weber

The Dalits have become part of the public consciousness and public debate in India. The process of losing their traditional identity as nobodies has started. They are not only a subject of debate but have become an active part of the politics as well. It is not possible to ignore them any more. – Even in Germany some people are aware of the Dalits now. Seminars are held on Dalit issues and paper

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Nr. 01 (1997)

Die Bedeutung der Theologie Martin Luthers für die Begründung einer multireligiösen Gesellschaft

Nr. 01 (1997)

von Edmund Weber

Die Bedeutung der Theologie Martin Luthers für die Begründung einer multireligiösen GesellschaftVonEdmund WeberWenn wir nach der Bedeutung der Theologie Martin Luthers für die Begründung einer multikultu-rellen und einer multireligiösen Gesellschaft fragen, dann müssen wir zunächst auf die realen religi-onspolitischen Positionen des Reformators eingehen und in einem zweiten Schritt seine theologi-schen Ideen zur Begründung einer polymorphen Gesellschaft behandeln. Dieser Zweierschritt ist nötig, weil ansonsten ein einseitiges Bild über Luthers multireligiöse Vorstellungen entsteht, das seiner ganzen Wirklichkeit nicht entspricht. Einseitig ist seine Idealisierung: sie unterschlägt seine Bereitschaft zur Unterdrückung von Andersgläubigen und einseitig ist seine pauschale Diffamie-rung: sie ignoriert seine Bedeutung für die religiöse Befreiung. Beide Seiten Luthers werden zur Sprache gebracht. Zugleich wird versucht,

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